La Serena & Isla Damas

  • La Serena ist ein Ferienort für viele Chilenen und Argentinier. Hauptattraktion ist dann natürlich der breite Strand, von dem aus man einigen Unerschrockenen beim Surfen oder auch nur Baden im ca. 15 Grad kalten Wasser zuschauen kann. Etwas weiter landeinwärts an der breiten Strandpromenade mit Trottoir, Veloweg und Outdoor-Fitnessanlagen kann man zudem jeden Abend die sportlichen Bewohner von La Serena beim Schwitzen bewundern. Fast noch eindrücklicher sind die dramatischen Sonnenuntergänge über dem Meer. Einige Touris bestaunen diese gerne vom Rücken eines der Pferde, die man hier für einen Miniausritt mieten kann. Diese Narren! Viel besser als in einen Sonnenuntergang reiten, ist in einen Sonnenuntergang giiireitschen – siehe Bildbeweis.
  • Am zweiten Tag in La Serena unternehmen wir eine Tagesexkursion in die Reserva Nacional Pinguino de Humboldt, in der Hoffnung ein paar Pinguine und schöne Strände zu sehen. Wir sollten noch ein paar Tiere obendrauf erhalten. Schon auf dem Hinweg durch die steppenartige Berglandschaft entlang Chiles Küste sehen wir mehrere Wüstenfüchse, wilde Esel (welche nach dem Niedergang der vielen Minen in der Gegend freigelassen wurden) und Vicuñas (eine dünnere Version der Lamas). Als wir dann im kleinen Fischerdorf Los Chorros vom Reisevan auf ein Boot umsteigen, wird es erst richtig tierisch. Nach etwa 30 Minuten Fahrt auf offener See fängt der Kollege des Kapitäns auf einmal an wild zu gestikulieren. Wir fahren langsamer. Und dann auf einmal taucht etwa 10 Meter neben unserem Boot ein nassglänzender grauer Körper und eine kleine Flosse auf. Ein Delfin? Nein, ein Finnwal, erklärt uns Meeresbiologin Paula, die unsere Tour leitet. Ein aufgeregtes Rufen geht durch die Touristen an Board. Mit Whale-watching hatten wir gar nicht gerechnet. Wir werden um Ruhe gebeten und das Boot folgt der Richtung des Wals. Schliesslich beobachten wir etwa 10 Minuten lang zwei Walrücken nebeneinander aus und wieder ins Wasser gleiten. Was wir sehen, lässt die wahre Grösse eines Finnwals kaum erahne. Die Tiere werden bis zu 27 Meter lang und sind damit die zweitgrösste Walart. Die Pinguine, die wir vom Boot aus auf der Reservat-Insel Choros herumkraxeln sehen, lösen nach der Waleuphorie nur noch halb so viel Verzückung aus. Leider kann man die kleinen Frackträger zwischen den grauen Felsen kaum erkennen. Auch die Kormorane und die Tölpel in ihren selbstgekackten Nestern lösen bei uns walverwöhnten Touris keine Begeisterungsstürme mehr aus. Die lustigen Robben, die einander beinahe von den Felsen schubsen, rangieren da schon etwas höher in der Gunst der Homo Turistiens und als dann als Zugabe noch ein putziger Otter auftaucht, brechen alle in Jööö-Rufe aus. Aus Jöö wird Wauuu, als wir an der zweite Reservatinsel Isla Damas anlegen. Mit ihrem kristallklaren, himmelblauen Wasser und dem schneeweissen Sandstrand mutet die Insel wie ein Karibikparadies an. Leider ist das Wasser aber nur etwa 15 Grad warm und Schwimmen hier sowieso verboten. Aber allein die Aussicht auf die wunderschöne Landschaft ist grandios und wird uns noch lange in Erinnerungen schwelgen lassen.

Kulturelle Einsichten aus Chile:

  • Du willst ein Getränk mit wenig Zucker trinken? Bestell ein CocaCola. Argentinier sind schon grosse Zuckerfans, aber Chilenen sind also die Kirsche auf der Zuckertorte. Nicht wenige der Drinks, die ich hier bestellt habe, schmeckten erst mit einem halben Liter Wasser nach etwas anderem als Flüssigzucker.
  • Chilenen sprechen für Lateinamerikanische Verhältnisse schnell und verwenden furchtbar viele Wörter, die man nur hier kennt. So hört etwa jeder zweite Satz mit «Cachay?» auf – in etwa das Pendant zum Schweizerdeutschen «odr?» auf das man aber keine Antwort erwartet.
  • Die Strände hier sind wunderschön, die Wassertemperatur aber leider überall unter der Badetoleranzgrenze für Mittelmeer-verwöhnte Schweizer Touris (auch in der Hochsaison nirgends höher als 18 Grad).
  • Die Früchte und Gemüser, die man hier auf den Märkten oder auch im Supermarkt kaufen kann sind riiiiesig, Zwiebeln grösser als eine Faust, Gurken und Zuchetti beinbreit (wenn auch nicht ganz beinlang), Ananässer grösser als mein Kopf und Wassermelönre so gross wie mein Bauch, wenn ich eine ganze Wassermelone gegessen habe.
  • Überall wo Touristen in grossen Zahlen flanieren und lustwandeln sind Strassen, Strände und Wege grossteils sauber (Hundekack mal ausgenommen). Schaut man jedoch hinter die nächste Düne, den nächsten Hügel oder den nächsten Strassenzug ists mit der Sauberkeit meist nicht mehr soweit her. Um unser etwas abgeschieden gelegenes Hostel in La Serena türmen sich Müllbergleins im Gebüsch, neben den Geleisen und entlang der sandigen Strassen. Recycling ist noch nicht weitverbreitet. Immerhin scheint das Bewusstsein für das Problem unter den Chilenen jedoch zu wachsen. Gemäss diesem Artikel ist der Müll in der Öffentlichkeit mittlerweile die zweitgrösste Umweltsorge der Chilenen, gleich hinter dem Smog, der Santiago de Chile immer wieder einhüllt. Bleibt zu hoffen, dass die Touristen das ihrige dazu beitragen die besuchten Orte sauber zu hinterlassen, sodass noch viele Menschen die schönen Landschaften Chiles geniessen können.