Nazca, Huacachina, Paracas, Lima – von mysteriösen Linien, Oasen, Stränden und Tunnels

  • Unterwegs von Arequipa nach Huacachina machen wir am Aussichtsturm der geheimnisumwobenen Nazca-Linien Halt.  Vom rostigen Wackelturm aus sieht man etwa vier der rund 1500 imensen Sandzeichnungen, die im 1. Jahrhundert vor Chirstus in den Wüstenboden geritzt wurden. Wer und wofür genau diese Meisterwerke hinterlassen wurden, weiss ich dank meinem Besuch in Erich von Dänikens famosem Mysterypark vor bald 20 Jahren (leidergottes äh -aliens gibt’s den heute ja nicht mehr). Während sich EvD sicher ist, dass die bis zu 20 Kilometer langen Linien extraterrestrischen Ursprungs sind, streiten sich Historiker und Archäeologen heute noch um die deren wahre Bedeutung. Um die Ausmasse dieses Weltkulturerbes wirklich zu erfassen muss man ins Flugzeug steigen. Dafür fehlt uns aber leider Zeit und Budget und dank EvD kenn und weiss ich ja eh alles schon.
  • Weiter geht’s also in die Wüstenoase Huacachina. Der Touristenhotspot lockt vor allem mit den riesigen umliegenden Dünen, auf denen täglich tausend und eine Sandbuggy-Tour angeboten werden. So rast jeden Abend kurz vor Sonnenuntergang eine Armada Sandbuggys in halsbrecherischem Tempo durch die steile Wüstenlandschaft. Diese Mad-Max-Experience lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Zwischen den Dünen-stunts unseres Chauffeurs dürfen wir einige Male aussteigen und ein paar besonders steile Dünen kopfvoran auf einem Holzboard runterrutschen. Supersandige Sache sag ich euch. Ich werde wohl noch nach meiner Heimkehr in die Schweiz Sand in Körperöffnungen und Kleidern von mir finden.
  • Nächster und zweitletzter Halt unserer Peru-Hop-Tour ist Paracas. Hier hat der Magen eines Mitreisenden (Name der Redaktion bekannt) ein paar Aussetzer, weshalb wir auf die geplante Pisco-Tour verzichten und uns mit einer kleinen Fahrt durch das nahe Nationalreservat begnügen. Der rote Strand aus errodiertem Magmagestein und der windige Ausblick auf die gägeligelben Uferklippen ist allemal ein Ausflug wert.
  • Unterwegs von Huacachina nach Lima besuchen wir die Sklaventunnels der Hacienda de San Jose. Durch das 35 Kilometer lange unterirdische Tunnelnetz unter den ehemaligen Zuckerrohr- und Baumwollplantagen des Anwesens wurden zu Kolonialzeiten Sklaven zu fünf weiteren Haciendas und dem nahegelegenen Hafen Chicha geschmuggelt. Nicht dass die Sklavenhaltung damals verboten gewesen wäre, aber man wollte natürlich nicht unnötig Steuern zahlen. Daneben dienten die Tunnels auch dazu, unbemerkt vor Piraten zu flüchten, die damals regelmässig die strandnahen Haciendas angriffen. Heute ist das riesige Anwesen ein Fünfsternhotel und vor dem grausigen, historischen Hintergrund werden luxuriöse Kindergeburtstage und Hochzeiten gefeiert.
  • Lima: Endstation. Nur gerade einen einzigen Tag können wir der peruanischen Hauptstadt widmen, da die Flugtickets nach Calí näher an Weihnachten je länger je unerschwinglicher werden. Eigentlich hätten wir diesen Tag plus dazugehörige Nacht bei einem Couchsurfer verbringen wollen, doch es sollte anders kommen. Als wir um elf Uhr abends mit Peru-Hop in Lima ankommen und in einem nahegelegenen Hostel ein Taxi zum Haus unserer Couch bestellen wollen, schauen uns die Rezeptionistinen entgeistert an. Also um diese Zeit gehe daaa ja sicher niemand hin, meinen sie. Und tatsächlich weigern sich auch die Taxifahrer, uns ohne genaue Adresse dahinzufahren. Als der Cousurfer anbietet, uns entgegenzulaufen, sind wir schon so verunsichert, dass wir ihm schliesslich absagen und stattdessen gleich in dem Hostel bleiben. Für letzten Teil unseres Peruabenteuers haben wir etwas gar wenig Zeit eingeplant und wir sind die langen Busfahrten langsam leid. Umso mehr freuen wir uns deshalb auf ein paar ruhige und besinnliche Weihnachtstage bei Urs, Mike’s Cousin, der seit 20 Jahren in Kolumbien lebt.