San Ignacio Miní

  • Die Ruinen der Jesuitenreduktionen in San Ignacio Miní wirken auf mich wie eine westliche Mini-Version der verfallenen Tempel von Angkor Wat im Dschungel Kambodschas. Auch hier überwuchert tropische Fauna architektonische und kunsthandwerkliche Meisterwerke. Bloss wirkt diese Kultur viel vertrauter. Der Kunst- und Architekturstil hat dann auch einen halbwegs bekannten Namen: Guaraní-Barock. Erfunden wurde der Stil von den hiesigen Ureinwohnern, den Guaraní, welche unter der Anleitung europäischer Jesuiten im 17. Jahrhundert Dörfer für bis zu 3000 Einwohner erbauten. In diesen Dörfern wohnten und arbeiteten sie gemeinsam mit den katholischen Mönchen, die sie vor den marodierenden Sklavenjägern in der Gegend beschützten. Die Dörfer waren ökonomisch so erfolgreich, dass die spanische Krone die Jesuiten schliesslich aus Südamerika verbannte. Die sogenannten Reduktionen wurden daraufhin auch von den Guaraní verlassen und in den folgenden Kriegen fast gänzlich zerstört.
  • Die Auswirkungen der Inflation nehmen abstruse Züge an. Unseren 16’000 Pesos-teuren Trip (ca. 440 CHF) in den Nationalpark Esteros del Iberá müssen wir bar bezahlen. Dafür pilgern wir an zwei Tagen zum Bankomaten, vor dem sich jedes Mal eine lange Schlange bildet. Wir heben insgesamt sieben Mal Geld ab, bis wir das nötige Kleingeld beisammen haben.