Tigre, Colonia del Sacramento & Montevideo

Souvenirs:

  • Auf der Zugfahrt mit dem Tren de la Costa von Retiro nach Tigre zeigen sich die sozialen Unterschiede an den Wohnhäusern entlang der Geleise: nahe Retiro dominieren Wellblech- und Backsteinquader, näher an Tigre moderne und luxuriös ausgestattete Mehrfamilienhäuser.
  • Per Touri-Schiff auf dem braunen Rio Paraná erkunden wir das Tigre Delta, das wie eine Luxusvariante des Amazonas anmutet. In der mystischen Dschungel- und Sumpflandschaf verbringen wohlhabende Porteños ihre Wochenenden in schmucken Ferienhäuschen mit privater Anlegestelle. Aber auch viele Einheimische wohnen auf den kleinen Inseln, die nur per Boot zu erreichen sind. Gerne hätte ich das Innere des Deltas noch genauer erkundet. Leider hatten wir dafür zu lange ausgeschlafen.
  • Auf der pompösen Fähre mit onboard Duty-Free-Shops gehts in knapp zwei Stunden von Buenos Aires nach Colonia del Sacramento. Das fast schon kitschige Kolonialstädtchen wirkt entlang des alten Hafens wie ein englisches Fischerdorf und auf seinen sonnigen Plätzen wie ein verschlafenes Städtchen in der Toscana. Und das Beste:  Es gibt hier Sandstrände! Mit Sand unter den Füssen fühlt es sich an, als hätten die grossen Ferien nun richtig begonnen.
  • Nach einem typisch Uruguayanischen Asadito im Hostel El Viajero riechen wir selbst für die nächsten Tage wie geräuchertes Rindfleisch (Waschen ist erst in Montevideo angesagt, frische Pullis aber bereits Mangelware).
  • Psychologin und Menschenrechtsaktivistin Elaine aus dem nordbrasilianischen Staat Pernambuco führt uns nach dem Grillplausch in den rituellen Gebrauch von Rapé ein. Der brasilianische Schnupftabak wird über ein Bambusstäbchen vom Mund in die Nase geblasen und soll den Geist reinigen und die Konzentration fördern. Bei mir fördert er vor allem eine Niessattacke und ein kurzzeitiges Tabakhigh zu Tage.
  • Zwei weitere Reisende, Felix und seine Kollegin mit kompliziertemdaherleidernichtgemerktem Namen aus Rio de Janeiro, empören sich über die Präsidentschaftswahl in Brasilien. Beide sind Teil der LGBTQI-Community und fürchten noch mehr diskriminiert zu werden, sollte der rechtsextreme Bolsonaro Ende Oktober zum Präsidenten gewählt werden. Hier in Uruguay fühlen sie sich aber sehr wohl, sagen sie. Gleichgeschlechtliche Ehen sind hier seit 2013 legal.
  • Auf unserer Free Walking-Tour mit Rodrigo in Montevideo lernen wir, dass in Uruguay seit 2012 auch Abtreibungen und seit 2013 der Besitz von bis zu sechs Hanfpflanzen pro Haushalt sowie der Verkauf von Cannabis an registrierte Klienten (ohne medizinischen Hintergrund) erlaubt sind.
  • Während der exklusiven Führung durch das impossante Teatro Solis erzählt uns Valerie, dass für die 1500 Plätze in der sechsstündigen Eröffnungsoper anno 1856 rund 3000 Leute den ganzen Tag auf der Plaza de Independencia anstanden.
  • Gleich um die Ecke von unserem Hostel kann ich live-zusehen, wie Grafitti-Künstler ein neues Werk kreieren. Zu viert brauchen sie für das riesige Sujet, welches die Bedrohung der Umwelt durch Verstädterung und rücksichtslosen Konsum darstellt, lediglich einen Tag.
  • An unserem ersten Tag in Montevideo ist es grausige 14 Grad kalt. Unser Zimmer im wunderschön historischen dafür aber auch wunderbar winddurchlässigen Ukulele-Hostel ist ein Gefrierabteil mit Bett. Die warmen Pullis sind in der Wäsche. Tee sei Dank erstarren wir über Nacht nicht zu Eiszapfen.

Kulturelle Einsichten:

  • Mate-Trinken ist in Uruguay schon fast eine Religion. Jeder zweite Passant in Montevideo hat eine Thermoskanne unter den Arm geklemmt und einen Mate-Becher in der Hand, den er oft sogar im Gehen nachfüllt.
  • WC-Papier gehört in Uruguay wieder in den Abfalleimer – anscheinend ist Buenos Aires die Ausnahme zu dieser Regel in Südamerika. Hier übrigens eine gute Anleitung zu den WC-Bräuchen weltweit.
  • Das Strassenmagazin Hecho en Bs. As. informiert in längeren Reportagen und Interviews über Aktuelles aus Kultur, Gesellschaft und Kunst aus Buenos Aires.
  • In Argentinien, Uruguay, Chile und Paraguay gibt es ein sehr modernes Magazin über Nachhaltigkeit und entsprechende Trends: Ecomanía
  • Es gibt tolle Spanische Podcasts aus Südamerika: Die spannenden Reportagen von Las Raras Podcast und Radio Ambulante kann ich für lange Reisen in diesen Gefilden wärmstens empfehlen.

Next stop:

  • Thermalquellen von Salto
  • Ruinen der Jesuitenmission in San Ignacio Miní
  • Wasserfälle von Iguazú